Zur Gewährleistung der Nachrichtensicherstellung gab es in der Kompanie
diverse Grossgerätesätze und zahlreiche Kleingeräte, für deren Betrieb,
Einsatzbereitschaft und Instandsetzung der Nachrichtenzug der FuTK
verantwortlich war :

Grundbaustein der ortsfesten Nachrichtenanlage der Kompanie bildete eine Vermittlungsstelle vom
Typ   
MSN-70 :    Die Mittlere- Schalter- Nebenstellenanlage 70     (Kurzname: MSN-70)
war eine DDR-Eigenproduktion des VEB RFT mit dem Ersteinführungsjahr 19
70.
Eingesetzt wurde die MSN-70 als Nebenstellenanlage zur Telefonversorgung in vielen Objekten,
Dienststellen und Einrichtungen der NVA, Volkspolizei, Deutsche Reichbahn, VEB-Betriebe, u.v.a..
Der Schaltschrank der MSN hatte ungefähr die Grösse eines grösseren Soldatenspinds und er hatte
innen zwei ausklappbare Schwenkrahmen mit diversen Baugruppen. Die MSN stand im Steinheid im
Schaltraum im Keller des Unterkunftsgebäudes, gleich neben dem alten Gefechtsstand, dort, wo auch
die Fernmeldekabel der Deutschen Post aufliefen.
Die Anlage hatte 70 Teilnemerschaltungen die gegenseitig untereinander anwählbar waren.
Der Rufnummernbereich war 10-79 - die Nr. 11 war dem Vermittlungplatz zugeordnet, die 12 dem Chef.
Verschiedene Umsetzer ermöglichten verschiedene Zusatzfunktionen :
1 Amtsumsetzer für den Postanschluss, erreichbar über die Ziffer 0
1 OB-Umsetzer zur Anschaltung der Vermittlungsleitung zum Vorgesetzten, über die Ziffer 8
1 Einwahlumschalter zur Anschaltung an das S1-Netz, erreichbar über die Ziffer 9
Ankommende Gespräche liefen automatisch auf dem Vermittlungsplatz auf und konnten von dort auf
die Telefone in den Dienstzimmern, im Gefechtsstand und auf der Wache weitervermittelt werden.

 
                               
 
                 Interessante LINKS zur MSN :     1)
        2)

Quelle aller Fotos :
Eigene Aufnahmen
der Geräte aus dem
Militärmuseum
Steinheid
und aus dem
Bunkermuseum
Frauenwald

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Die Verbindungen innerhalb der Kompanie zwischen den einzelnen Funkmessstationen und dem Gefechtsstand basierten in der Regel

auf dem OB-Betrieb (Ortsbatterie). Die Führungsleitungen waren in der Regel mit Feldfernsprecher vom Typ FF-63 oder vergleichbaren russischen, zur Originaltechnik gehörenden, Apparaten abgeschlossen und liefen im Gefechtstand auf einer OB-62/10 auf.
 

          

Die Koordinatenleitungen waren mit Sprechgarnituren wie TA-56M ebenfalls über OB-Geräte abgeschlossen.

Wichtige Verbindungen zwischen dem Gefechtstand und dem FuTB , dem Kompaniechef, der Wache, dem UvD, der
Einlasskontrolle des Bunkers waren zur Sofortansprache lautsprechend mit Wechselsprechanlagen WL-1, WL-5 oder
WL-10 abgeschlossen.


           
 
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Die Basis für die Sicherstellung der Funknachrichtenverbindungen der FuTK bildeten zu meiner
Zeit zwei KW-Funkstationen vom Typ R-140D. Dazu kam noch ein Funkempfangspunkt LOTOS,
ein Funkempfangspunkt LO-1800, diverse Kleinfunkgeräte vom Typ R-111, R-107. R-109, R-105,
UFT-435 sowie ein Funkempfänger vom Typ EKV-13.
Eine R-140  war in der Funkerstellung entfaltet, die zweite stand in Marschbereitschaft für
"Funkmessfeld Untergrenze" (FMU) auf dem Abstellplatz hinter der Funkerstellung.
Die DHS-Station arbeitete sendemässig mit einer 10 m-Stabantenne (Rundstrahler) auf dem
Dach der Funkerstellung und empfangsmässig mit einem 40 m-Dipol. Die Sendeleistung von
1000 W reichte auf Kurzwelle eigentlich für eine Verbindung rund um den Globus.
Wenn der DN (Diensthabende Nachrichten des FuTB-51 und FRR-151) aus Sprötau die
Erhöhung der Sendeleistung wegen seines zu schwachen Empfangssignals befahl, brachte meist
die Reduzierung der Leistung die gewünschte Verbesserung.

         
        
         

Quelle der Fotos :

Eigene Aufnahmen
der Geräte aus dem
Militärmuseum
Steinheid
und aus dem
Bunkermuseum
Frauenwald

 Fotos R-140 :

mit freundlicher Genehmigung von
Ulrich Braumann


FuS  R-111


Klein-FuS  R-107


Gerätesatz UFT-435

Der  DIENTHABENDE FUNKER  (DHFu) der FuTK versah seinen Dienst direkt auf der Funkstation.
Sein Arbeitsplatz befand sich in der Kabine der Funkstation
R-140 (früher auf der R-118 BM3, später auf der R-137).

Seine Hauptaufgaben waren :
1) die Überwachung des Funknetzes der Benachrichtigung des FuTB-51 >>> FN 410
2) der Betrieb der Funkrichtung der Meldung an das FuTB >>> FR ???
3) Funkbetriebsdienst in der Betriebsart A1 (Tastfunk) und A3J (Sprechfunk)
4) Stabiles Senden des Signals des Objektes WP-02U bei befohlener automatisierter Gefechtsarbeit
5) Information des DGS der FuTK bei Abfragungen der PAROLE des DhFu (lt. Parolen- und Gesprächstabelle TDR-72)
    oder Signalen zur ATO (AlarmTrainingsOrdnung)
6) Information des DGS und des NaZF bei Besonderheiten oder Ausfällen von Technik

Gerade das Abfragen der
PAROLE und die Übermittlung von Signalen der ATO durch den Vorgesetzten Gefechtsstand des
FuTB in den Nachtstunden, wenn der DHFu (Diensthabende Funker) gerade gegen den Schlaf kämpfte, war immer ein
entscheidendes Kriterium für die Erfüllung / Nichterfüllung der Gefechtsaufgaben für die FuTK und eine der häufigsten Ursachen
für Nichterfüllungen in den "Ausseneinheiten" des FuTB.
Wenn der DHFu in der Betriebsart A1 auch nur einen Buchstaben von Parole oder ATO überhört oder verschlafen hat,
gab es für die FuTK am Folgetag ein
"NICHT ERFÜLLT" in der Einschätzung des DHS im Punkt 3 - "Nachrichtentechnische Sicherstellung" und ein
"NICHT ERFÜLLT" für die gesamte FuTK, unabhängig davon, ob Punkt 1 - "Führungstätigkeit" und
Punkt 2 - "Luftraumaufklärung"  über die letzten 24 Stunden super gelaufen waren oder nicht !
Der DHFu hatte immer eine hohe Verantwortung und manchmal auch ein schweres Los !