EINSATZFÜHRUNG
RadarFüKp 321

   
                            Quelle : Foto mit freundlicher Genehmigung von Heinz Mertin - Blick auf den "Antennenwald" auf dem SBW

Eine Inspektion von "Oben" hatte wohl ergeben, dass der Zustand des SBW doch nicht so arg war, wie es in einem älteren Gutachten
(wahrscheinlich zur Durchsetzung einer Hauptinstandsetzung) gemacht wurde. Mit einer Investition im vertretbaren Ausmass sollten nun
die Voraussetzungen geschaffen werden, um wenigstens für eine begrenzte Übergangszeit von dort arbeiten zu können.
So wurden Schritt für Schritt die sanitären Anlagen erneuert, die Austeilküche und die Speisesäle renoviert, Büros für die Einsatzführung
renoviert und ausgerüstet, die Fernmeldeeinrichtungen auf Luftwaffenstandart gebracht und die bereits beschriebene Mini-Operations-
zentrale mit MIDA-32 und mit Jägerleitstelle installiert und von dort aus der Einsatzdienst durchgeführt.
Was zum Schluss noch fehlte, war eine zentraler Operationsraum, ausgerüstet mit zukunftssicherer Technik, von dem aus der gesamte
Einsatzbetrieb des CRC QUARTERBACK nach bundesdeutschen Standarts geleitet, koordiniert und praktisch durchgeführt werden
konnte.
Um das zu erreichen, war die Entfaltung des aus der NVA übernommenen Systems ARKONA im Raum 1 des Schutzbauwerks -
dem ehemaligen Gefechtsstand - vorgesehen. Das Sytem
ARKONA (Automatisierte Radar-Kontroll-und NavigationsAnlage) sollte das
bis dahin genutzte und mit dem Darstellungssystem ALMAS 2 im ZGS/NSOC Fürstenwalde/Erndtebrück kompatible System MIDA-32
(
Mikroelektronische Darstellung Almas) ersetzen.

Um die neue Technik im alten Gefechtsstand installieren zu können, musste der Raum erst einmal schwingungsfrei gemacht werden.
Der Zwischenboden in vielen Räumen des Schutzbauwerkes war, zum Ausgleich der Schwingungen bei einem eventuellen Bomben-
treffer auf dem Bunkerdach, auf riesigen Spiralfedern gelagert. Der Zwischenboden musste also herausgenommen und die Stahlfeder-
lagerung beseitigt werden, bevor man an die Einrüstung der neuen Technik gehen konnte.

Die ersten Arbeiten dazu begannen in der zweiten Hälfte des Jahres 1991.

               
                                    Quelle : Screenshot aus einem Begehungsvideo von Bundeswehrsoldaten vom 07.08.1991

Wann die Einrüstung des Systems ARKONA 1 und 2 abgeschlossen war, kann ich heute nicht mehr sagen, auf jeden Fall wurde so dann
bis zum Wegfall des Einsatzauftrages und SHUTDOWN des CRC QUARTERBACK am 30.06.1994 gearbeitet

                            DER NEUE ARKONA-OPERATIONS-ROOM

   
                                                                         Quelle : mit freundlicher Unterstützunng von Heinz Mertin

Nachdem die Räume im Schutzbauwerk entsprechend vorbereitet waren, wurde im Raum 1 die Operationszentrale (OPS) mit dem
System
ARKONA eingerüstet. Als Sichtgeräte wurden weiterhin die STRELA-1W aus russischer Produktion genutzt. Die Arbeitsplätze
des Luftlageoffiziers (TPO - Track Production Officer) und seines Identifizierungsoffiziers (IDO - Identification Officer) waren zentral
nebeneinander angeordnet und mit ARKONA 2 und AMS K-04 ausgerüstet. Ihnen im Rücken saßen die Operateure zur Eingabe der
Luftlage (TPS - Track Production Supervisor) mit ARKONA 1. Vor der TPO-Leiste wurden zwei Kontroll-Positionen für die Jägerleiter
eingerichtet (IC - Intercept Controller). Die Arbeitsplätze des TPO/IDO und der IC's verfügten zusätzlich über Abfragegeräte für das
Kennungssystem SIEMENS 1990. Die Technik war im unmittelbar an die OPS angrenzenden Räumen 6 und 7 untergebracht und im
Raum 3 stand der Drucker für das AMS K-04 und der AFTN-Flugplanschreiber (Aeronautical Fixed Telecommunication Network) als
Identifizierungshilfe für den IDO.

    

                                             Quelle der Fotos : mit freundlicher Genehmigung von Heinz Mertin - Fotos vom 09.06.1993

    

Der neu entfaltete ARKONA-Gefechtsstand war für uns ein bedeutender Qualitätssprung in der Bearbeitung der Luftlage. Die Kombination
russischer Radartechnik mit einem deutschem Kennungssystem, russischer Rundsichtgeräte und einem System zur Bearbeitung der Luft-
lage auf der Basis handelsüblicher Computerhardware war damals einmalig. In so kurzer Zeit eine solche Lösungsvariante zu erarbeiten,
war eine technische und organisatorische Meisterleistung aller Beteiligten. Das System wurde später auch in Radarführungsdienst in CRC
der alten Bundesländer genutzt und spielt in weiterentwickelter Form selbst heute noch eine gewisse Rolle, zum Beispiel für verlegungs-
fähige Gefechtsstände.

 
                                                                                            Quelle : Screenshots - Sprötau 1994

Das aus der NVA übernommene ARKONA wurde schnell zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Radarführungsdienstes der 5. LWD.
Zum Zeitpunkt der Übernahme in die Bundeswehr verfügte das System ARKONA über folgende technische Parameter :

                                
                                        Quelle der Information : Buch "Die Funktechnischen Truppen der Luftverteidigung der DDR
                                                  - Geschichte und Geschichten" - Steffen Verlag - ISBN 978-3-942477-39-0
                     Kapitel : Geschichten aus dem Leben der Funktechnischen Truppen - Seite 193-201- Matthias Neumeister - ARKONA

 
                                                                                  ... weiter gehts unten über Button    weiter>>>