Der Bau des Bunkers
" GUSTAV "

Nach Bestimmung des Standortes geht es verzugslos in die Planungs- und Bauphase.
Anders als beim Bau der Kaserne, gibt es keinen offiziellen und vor allem keinen öffentlichen Bauantrag für den Bunker,
da es sich hierbei um eine sicherheitsrelevante Angelegenheit im Sinne der Landesverteidigung handelt.
In den Bauämtern von Gemeinde und Landkreis gibt es bis heute keinerlei Unterlagen über das Bauwerk,
sieht man von einer Anhörung der Stadt Lauda-Königshofen Mitte der 90-er Jahre ab, bei der es um den Bau eines
Hundezwingers am Bunker geht.
 Selbst die offizielle Anschrift von damals

LV-Anlage Lauda, Tiefenweg13, 6971 Königshofen/Baden

 ist so gut wie unbekannt. Für die meisten - von den Bundesbehörden bis zu den LKW-Fahrern - gibt es nur diese Adresse :


BAUWERK GUSTAV, KÖNIGSHOFEN

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Für Planung und Bau zeichnen verantwortlich :

Staatliches Hochbauamt Walldürn
Oberfinanzdirektion Karlsruhe
Luftwaffenamt - IngStabLw - Köln

 

 Der Geländeerwerb von knapp 14 ha auf der Gemarkung der damaligen Stadt Königshofen betrifft rund 200 Parzellen.
Über das Landesbeschaffungsgesetz geht der Besitz an den Bund; die meisten der Grundstückseigentümer erhalten Ersatzgelände.

Baubeginn ist im
JUNI 1961.

Zuerst sind ca. 320.000 m³ Erdaushub notwendig.
Das so entstandene "Loch" wird anschliessend mit mehr als 50.000 m³ Beton
und annähernd 9.000 t Stahl wieder gefüllt.
 
Die Verkehrssituation war damals sehr schwierig. Die A81 und die A6 gab es noch nicht. Die nächstgelegene Autobahnauffahrt war
Würzburg-Kist. Der ganze Schwerlastverkehr zur Bunker-Baustelle bewegte sich über Bundesstrassen und enge Ortsdurchfahrten,
da noch keine Umgehungen vorhanden sind. Es ist als kein Wunder, dass die Baustelle schnell über den Landkreis hinaus bekannt
wird. So bekommt auch die damals, mit ihren Spezialautos, besonders aktive SMM (Sowjetische Militärverbindungsmission) "Wind"
von diesem Bauvorhaben und verfolgt den Baufortschritt mit Argusaugen.

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Vor dem eigentlichen Innenausbau werden die riesigen Dieselmotoren für die Netzersatzanlage eingebracht und die Schaltwarte aufgebaut. So entsteht ein eigenes kleines Kraftwerk. 
 Anschliessend erfolgt die Installation der Geräte und der Maschinenanlage, der Kälte- und Klimatechnik, und der Beleuchtungs-
anlage. Danach erfolgt der Einbau der sanitären Einrichtungen.
Eine Baracke auf dem ehemaligen Parkplatz gegenüber des Eingangs zum Bauwerk beherbergte die Bauleitung und
nach der Fertigtellung das Personal der Werkstatt der WUIMA (Wartung und Instandsetzung Maschinenanlagen).
Eine zweite identische Baracke befand sich auf dem Innenhof vor dem Bauwerk, mit Austeilküche und zwei Speiseräumen.
Diese Räume wurden auch als ständige Unterrichtsräume und als Prüfungsräume für die berühmten
"TacEval Theoretical Knowledge Teste" genutzt.
Die Baracken erfüllten bis zum Neubau des Wirtschaftsgebäudes im Jahre 1986 ihre Funktionen und
wurden erst dann abgerissen.

 

Nach siebenjähriger Bauzeit erhält "GUSTAV" endlich die Einrichtung, für die er gebaut wurde,
die Gefechtsstandselektronik - das halbautomatische 412L-System von GENERAL ELECTRIC.

Viele Teile, die in Lauda installiert wurde, kamen von der mobilen Station DJ der US Air Force in Börfink.