MEINE  SCHULZEIT  AN  DER  "PENNE"  IN SCHLEUSINGEN
KLASSE  9/II  bis  12/II  des  Abiturjahrgangs  1972
 
Die  "coolste"  Klasse   aller  Zeiten  an  der  MGO  !!!

 

Quelle des Fotos :  Fotosammlung Kerstin Kempf (geb. Werner) - Klassenfahrt 1971 Jena

Am Montag, dem 2. September 1968,  war es soweit - es beginnt die beste Phase meiner Jugendzeit -
die Schulzeit an der "Penne" in Schleusingen.
"Penne" ist eine veraltete Bezeichnung aus der Umgangs- und
Schülersprache für eine weiterführende Schule, wie das Gymnasium. Bis Ende der 70er Jahre lebte der Begriff unter
den Schülern noch weiter. Heutzutage gilt der Ausdruck als veraltet und wird kaum mehr gebraucht. Die Schüler der
"Penne" wurden auch als "Pennäler" bezeichnet. In der ehemaligen DDR hiess bis 1959 jede zum Abitur führende
höhere Schule "Oberschule", ab 1959 dann "Erweiterte Oberschule" - oder einfach kurz
"EOS".
Erwähnt sei an dieser Stelle, dass die eigentliche Abiturstufe nur aus den Klassen 11 und 12 bestand und die
Klassen 9 und 10 nur Vorbereitungsklassen auf die Abiturstufe waren. Der Wissensstand von Schülern aus den
unterschiedlichsten Oberschulen in Stadt und Land sollte so auf das ungefähr gleiche Ausgangsniveau gebracht und
die Schüler langfristig auf das höhere Niveau der Lehrtätigkeit an einer weiterführenden Schule gewöhnt werden.
Um Schüler, die die Abiturstufe möglicherwese nicht bestehen würden nicht ohne Abschluss dastehen zu lassen,
gab es am Ende der Vorbereitungsklasse 10 eine ganz normale Prüfung wie an einer POS mit dem "Abschlusszeugnis
der zehnklassigen allgemeinbildenden polytechnischen Oberschule".
Die Klassenstufe des Jahrgangs 1968 an der
EOS "Max Greil" bestand aus drei Klassen mit jeweils ca. 30 Schülern
und wurde mit Klasse 9/I, 9/II und 9/III bezeichnet und behielten diese Nummerierung bis zum Abitur in der 12. Klasse.
Die Klassen I und II waren die Klassen mit naturwissenschaftlicher Ausrichtung und die Klasse III war die Sprach-
klasse, in welcher zusätzlich zu den Fremdsprachen Russisch und Englisch noch Französisch und Latein gelehrt wurde.
Die EOS Schleusingen verfügte auch über jeweils ein Jungen- und ein Mädchen-Internat für auswärtige Schüler, wobei
Schüler aus Orten, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar waren, dabei nicht berücksichtigt wurden.
Diese Schüler, zu denen auch ich gehörte, wurden zu "Fahrschülern". Das bedeutete, dass wir täglich mit Schüler-
fahrschein (Monatskarte) der "Deutschen Reichsbahn" die 11 Kilometer zwischen unserem Heimatort Themar und dem
Schulort Schleusingen pendeln mussten. Das hatte einige Vor- und Nachteile, auf die ich später noch einmal zurück-
kommen werde.

                                           
                                                     Quelle Foto : Kopie von Postkarte, Urheber leider unbekannt

Ich kam also in die Klasse 9/II, die aus einer guten Mischung zwischen Fahr- und Internatsschülern aus dem lokalen
Thüringer Umfeld des Bezirkes Suhl bestand. Unsere erste Klassenlehrerin für die Vorbereitungsklassen wurde Frau
Gerda Götz (Lehrerin für Deutsch und Geschichte). Relativ schnell wurde aus unserem zusammengewürfelten "Haufen"
eine homogene Truppe, die gemeinsam durch dick und dünn ging und wegen ihres festen inneren Zusammnhalts
an der Schule "berühmt berüchtigt" wurde.

UNSERE EOS-KLASSE  ( mit den Nachnamen zur Schulzeit ) :

+++ Bischoff, Sonja +++ Brenk, Annelie +++ Eckhardt, Eberhard ( † ) +++ Fabig, Eberhard +++ Geisthardt, Ralf +++ Heß, Matthias +++ Hoffmann, Ursula „ULLA“ +++ Jäger, Klaus „SAM“ +++ Kempf, Lothar +++ Knoth, Detlef „DETTI“ +++ König, Hermann +++ Krause, Werner ( † ) +++ Kuhn, Bernd +++ Kummer, Monika „MONI“ +++ Meusel, Regina +++ Neumann, Jürgen +++ Otto, Burkhard +++ Pätzold, Ulrike +++ Pfitzner, Helmut „PFITZI“ +++ Sauerbrei, Margarete +++ Schieck, Sabine „SABSE“ +++ Siegler, Bernd +++ Siegler, Peter +++ Wagner, Inge +++ Walter, Hubert „HUBI“ +++ Werner, Kerstin +++ Zeller, Wolfgang +++ Zündorf, Hans-Joachim „ZÜNDI“+++

Direktor an der Schule war in dieser Anfangszeit der "alte Fritz". Herr Fritz war gleichzeitig unser Lehrer für
Staatsbürgerkunde. Wir sagten unter vorgehaltener Hand immer, er sei wohl der letzte deutsche Arbeiterführer,
da er in seinen staatsbürgerlichen Unterrichtseinheiten, wie früher Ernst Thälmann, oftmals sinnbildlich mit erhobener
Faust und sehr emotional gegen uns "Unwissende" kämpfte.
Die jedes Jahr neu zuversetzten Schüler wurden traditionell als sogenannte "STIFTE" bezeichnet.
Eines der Highlights der ersten Wochen an der Schule war der zur Begrüssung von diesen "Neuen" jährlich veranstaltete
"STIFTERBALL" im Saal der HOG "Frieden" in Schleusingen, welcher ebenfalls einer langen Tradition folgte.
Für die Jungs der älteren Jahrgänge eine gute Möglichkeit herauszufinden, was es da so an neuen "Schönheiten" gab.
Im Jungen-Internat soll es dann wohl auch noch eine alte Tradition gegeben haben - das sogenannte "STRECKEN" in
der ersten Übernachtungsnacht der "Neuen" im Internat, aber das sollte wohl besser jemand erklären, der dabei war
oder es selbst erlebt hat (oder lieber nicht ?).
Der erste Wandertag des Schuljahres wurde jedes Jahr gleich, zur Förderung des innerschulischen Zusammenhalts, als
gemeinschaftlicher Wandertag der gesamten Schulbelegschaft in Form einer Sternwanderung zum "STUTENHAUS"
nahe des Dörfchens Vesser (bei Schmiedefeld/Rennsteig) durchgeführt. Man wanderte von Schleusingen/Ost über die
Gaststätte "Blockhaus" in Breitenbach, immer weiter dem schönenen Vessertal folgend aufwärts, und dann direkt hinauf
zum heutigen Berghotel "Stutenhaus", nahe des Adlersberges.
Dort wurde auf der grossen Wiese unterhalb gerastet. Man vertrieb sich die Zeit bis zur Heimwanderung mit Sport-
spielen, Luftgewehrschiessen, Grillen, Blasmusik von der schuleigenen Schüler-Blaskapelle und Ausruhen auf der grünen
Wiese. Insgesamt immer wieder ein sehr gut organisierter, schöner, gemeinschaftsbildender Schulausflug.

   
                                                       
Quelle des Fotos : eigenes Foto - Ausflug Stutenhaus 1969

                          ************************************************
Leider kann ich hier an dieser Stelle nicht alle Ereignisse aus den 4 Jahren Schülerzeit an der EOS Schleusingen
darstellen. Ich werde mich also auf solche Ereignisse aus dieser Zeit beschränken, die meiner Meinung nach die
gemeinsame Zeit unserer aussergewönlichen Klasse besonders geprägt haben. Gerne können mir aber auch andere
Klassenkamersden oder -kameradinnen kurze Beiträge zu Episoden schreiben, die ihrer Meinung nach unbedingt
erwähnt werden sollten. Ich werde diese Beiträge dann gerne hier an dieser Stelle mit veröffentlichen.

Ergänzend zu all meinen Ausführungen wird es am Ende noch ein umfangreiches Fotoalbum zu unserer ABI-Zeit geben.