. . .  aus
MOTORANTRIEB  wird  QUARTERBACK
. . .  aus dem
FuTB-51 die
RadarFüAbt 32

Strukturell passierte in den ersten Tagen und Wochen nach dem "Tag der Deutschen Einheit" vor Ort noch nicht sehr viel.
Auch nach dem 03.10.1990 arbeiteten unsere russischen Funkmessstationen in der alten Struktur der FuTT weiter.
Wir gehörten nun zur LUFTWAFFE und wurden durch Offiziere und Generale des Vorbereitungsstabs 5. Luftwaffendivision befehligt.
Wir gingen unserer gewohnten Arbeit nach und wiesen unsere Kameraden aus den alten Bundesländern in unsere russische
"Kampftechnik" und in unsere Prinzipien, Methoden und Verfahren zur Erstellung eines Luftlagebildes zur Wahrung der Lufthoheit
über dem beigetretenen Teil Deutschlands ein.
 Im Gegenzug führten sie mit uns Ausbildung zu den Grundlagen einer Luftverteidigung nach bundesdeutschem Vorbild durch.

Die Arbeitsweise der ehemaligen FuTB wurden langsam an die neuen Erfordernisse angepasst und das Personal eingewiesen.

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
Alle nach der Wiedervereinigung verbliebenen Streitkräfte der ehemaligen NVA wurden erst einmal in einem,
dem Bundesministerium der Verteidigung unmittelbar unterstellten,
Bundeswehrkommando Ost (BwKdo Ost)
zusammengefasst, welches seinen Sitz in des Räumen des ehemalgen Ministerium für Nationale Verteidigung in Strausberg hatte.
Sein Befehlshaber war Generalleutnant Schönbohm und der Stellvertreter Generalmajor von Scheven.
Dieses Kommando war zusammengesetzt aus einer Kommandeursgruppe der Bundesluftwaffe, die die Befehlsgewalt inne hatte,
sowie aus Restpersonal der Kommandos der Teilstreitkräfte der NVA.


Das Bundeswehrkommando Ost war eigentlich nur eine Übergangsstruktur bis Ende März des Jahres1991.
Entsprechend des 2+4-Vertrages stellte es, zeitlich befristet bis zum vollständigen Abzug der WGT der Russischen Streitkräfte
vom Territorium der ehemalgen DDR, ein rein nationales Bundeswehrkommando ohne NATO-Unterstellung dar.
Seine Aufgabe bestand in der :

- Umgliederung der übernommenen Truppenteile der NVA in die Bundeswehrstruktur
- Reduzierung des NVA-Personals auf die im Einigungsvertrag festgelegte Stärke von 50000 Mann
- Ausbildung der Wehrpflichtigen und Umschulung der Zeit- und Berufssoldaten des Führungspersonals
 - Übertragung der Aufgaben an die Kommandos der Nachfolgestruktur

Nach Erfüllung dieser Aufgaben wurde das Bundeswehrkommando Ost zum 01.06.1991 aufgelöst.

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
Im Bereich der Luftwaffe wurde die 5. Luftwaffendivision in Eggersdorf ab 01. April 1991 die Nachfolgestruktur
für das ehemalige Kommando LSK/LV der NVA.
Erster Kommandeur der 5. Luftwaffendivision war Generalmajor Bernhard Mende.

            

Die 5. LwDiv hatte dann die schwierige Aufgabe, noch während der Zeit der Anwesendheit der WGT der Sowjetischen Streitkräfte
in Deutschland bis Ende 1994, die neue Luftwaffenstruktur für die "Fünf Neuen Ländern" (FNL) aufzubauen.
Die Strukturen der ehemaligen LSK/LV der NVA mussten an die neuen Erfordernisse angepasst werden.
Dazu wurden bestimmte Elemente der alten Gefechtsordnung weiter benötigt und entsprechend den Anforderungen umgruppiert,
wieder andere mussten abgerüstet und "abgewickelt" werden.
 
Der Standort Sprötau hatte gleichermassen Pech und Glück. Die dort stationierte 51. FRBr sollte abgewickelt werden,
aber das FuTB-51 schien gut in die geplante Übergangsstruktur zu passen.

Als Nationaler Sektor-Gefechtsstand der 5. Luftwaffendivision (NSOC 5 = National Sector Operation Ceter) wurde
der ehemalge ZGS-14 "Fuchsbau" in Fürstenwalde übernommen und ausgebaut und trug als "Foxhole" ab sofort
die Verantwortung für die Luftverteidigungsführung im Luftraum über den den FNL.

       

       
Quelle : Screenshots aus einem Begehungsfilm von Bw-Soldaten



Der Nationale Sektorgefechtsstand war bis zur Herstellung der vollen Einsatzbereitschaft am Standort Fürstenwalde zweigeteilt.
Das identifizierte Luftlagebild (RAP = Recognized Air Picture) aus den FNL wurde von Fürstenwalde zum NSOC nach Erndtebrück
übermittelt und dort erfolgte die Entscheidungsfindung zum Air Policing.

Die ehemaligen FuTT der NVA wurden ebenfalls umorganisiert. Aus zwölf verbliebenen Funktechnische Einheiten der NVA
wurde das Radarführungskommando 3 gebildet. Die Luftraumüberwachung wurde in 4 aufzustellenden Radarführungsabteilungen
organisiert und die Ergebnisse nach Fürtenwalde in das NSOC 5 gemeldet.

 
 
Die Abwicklung
 nicht weiterverwendeter NVA-LSK/LV-Einheiten bis zum 30. Oktober 1991 wurde durch Abwicklungsstäbe
an den Standorten der ehemaligen Luftverteidigungsdivisionen in
Trollenhagen und in Cottbus organisiert.
Mit der Auflösung des Kommandos LSK/LV wurde ein Nachkommando in Eggersdorf betraut.

Die verbliebenen Truppenteile und Einheiten der FuTT wurden umstrukturiert und auf die vier Radarführungsabteilungen "verteilt".

Das ehemalige FuTB-51 der FuTT der NVA in Sprötau hatte Glück und wurde als Radarführungsabteilung 32
in die neue Struktur überführt.


 

Fortsetzung über Button unten  
weiter >>>