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 Viel ist passiert in den ersten zwei Jahren nach dem Einzug der Bundeswehr am Standort Sprötau.
Die FRBr-51 mit ihrer FRAG-511 in Eckolstädt, mit den Abteilungen in Sprötau, Remda, Seebergen, Dietersdorf und Blankenburg
wurde komplett abgerüstet, die Technik bis zur Abgabe in einem "Abrüstungspark" im ehemalien Munitionslager des Standortes
Sprötau konzentriert.

 
Quelle : eigene Sammlung, Fotograf unbekannt

Das ehemalige
FuTB-51 wurde in die Struktur des Radarführungskommandos 3 integriert und in RadarFüAbt 32 umbenannt.
Das
CRC Sprötau im Schutzbauwerk erhielt den Nickname "QUARTERBACK",
die Kaserne wurde mit einer Tafel am Eingang als 
"Home Of The Quarterbacks" gekennzeichnet und
es gab eine prämierte Ausschreibung für ein
Abteilungswappen, wie in der Bundeswhr üblich.



Gewonnen hat das Wappen oben -
komisch - es sieht genau so aus, wie mein eingereichter Entwurf : Das stilisierte "Kampfschild", quergeteilt in den Landesfarben
Rot-Weiss für Thüringen und mit der Luftwaffenschwinge am oberen Rand, nur mein stilisiertes Radarsymbol wurde ausgetauscht !?
- das Kuriosum - den Preis hat ein anderer gewonnen ! Um die Tafel unten gibt es auch noch eine lustige Geschichte. Ich werde mal
versuchen, jemanden zu finden der dazu etwas Genaueres weiss ... ja genau,  bei der Enthüllung im Rahmen der Einweihung stellte
man fest, dass QUA
RTERBACK falsch geschrieben war, nämlich ohne das erste R !
Mouse over - Maus über das Foto öffnet das Foto von Heinz Mertin ...


 Quelle : eigene Fotosammlung - Eingang zur Kaseren 01.01.1995

Wie schon unter dem Thema
[Radarführung / Bundeswehr und NVA] beschrieben, waren die ersten paar Monate nach dem
Tag der Deutschen Einheit, nicht nur für uns als ehemaliges NVA-Personal, sondern auch für das zuversetzte Unterstützungspersonal
aus den alten Bundesländern ziemlich turbulent. Die Zeit verging wie im Fluge, viele neue Endrücke prasselten auf uns ein, viele neue
Erfahrungen innerhalb kurzer Zeit wurden gemacht, viel lernen und umdenken war an der Tagesodnung.


Am 26.03.1991 hatte unser erster Bundeswehrkommandeur Oberstleutnant Groh seinen schwierigen Auftrag erfüllt, das ehemalige
FuTB-51 auf die Überleitung in eine Radarführungsabteilung nach bundesdeutschem Vorbild vorzubereiten.
Ihm folgte als neuer Kommandeur Oberstleutnant Roos, zuletzt Fachbereichsleiter für Informatik an der Bundeswehrhochschule
München, der für die nächsten zwei Jahre auf diesem Dienstposten verbleiben sollte.






WAS AUSSERDEM NOCH GESCHAH :

Mein "Lieblingsspielzeug", der Funkmesskomlex KABINA-66 (5N87), hatte wegen seiner Frequenz-Unverträglichkeit mit den
Anlagen der TELEKOM und AUTOFÜ ausgedient und wurde 1991 (?) abgebaut, in alle Einzelteile zerlegt und verpackt.


Quelle : Foto mit freundl. Genehmigung von Oliver Trinks

Die KABINA stand so "reisefertig" noch ziemlich lange bei uns im Park und man rätselte immer, was damit werden würde !?
Dann hiess es, sie würde zur Verschrottung abgeholt. Ich hatte gerade dienstfrei und hab den Abtransport beim Zwischenhalt
vor dem Kasernentor fotografiert. Alles fein säuberlich verpackt, so ging es ab zum Schrottplatz. Wirklich gute Arbeit !

 

Quelle : eigene Fotos



Komisch - ein Schwerlasttransporter mit Kfz.-Kennzeichen der Hansestadt Bremen - ein wirklich sehr weit entfernter Schrottplatz !
Oder gibt es noch etwas anderes in Bremen ? Keine Ahnung !

Als "Ersatz" für die KABINA wurden zwei Funkmesstationen vom Typ P-37 zugeführt und diese dann später mit dem Kennungssystem
SIEMENS 1990 nachgerüstet (Balkenantenne im Foto rechts). Dazu aber später nochmal mehr.

 

Quelle : Fotos mit mit freundl. Genehmigung von Oliver Trinks


Auch im und um das Schutzbauwerk (SBW oder Bunker) des Standortes gab es umfangreiche Veränderungen :

1) Die erste Massnahme in der Einsatzstellung nach dem 03. Oktober 1990 war die Abschaltung der
zur Sicherung des Objektes rundherum installierten, lebensbedrohlichen
HSA (Hochspannungsanlage), die
das Schutzbauwerk vor unberechtigten "Eindringlingen" schützen sollte. Die Anlage erzeute über einen
Hochspannungstransformator eine pulsierende Gleichspannung von bis zu 8 kV, welche bei Kontakt zwischen
"Erde" und Hochspannungszaun einen tödlichen (?) elektischen Schlag und eine Alarmierung zur Folge gehabt hätte.

     
Quelle : Screenshot aus einem Analogfilm von 1991


2) Gleichzeitig wurden die beiden Hochdruck-Sauerstofftanks in einem gesonderten Raum in der unteren Ebene des Schutzbau-
werkes, gedacht zur Verlängerung der Überlebensfähigkeit bei verseuchtem Aussengelände, "unschädlich" gemacht.
Mit Hilfe dieser Anlage konnte die verbrauchte Luft im SBW, bei Hermetisierung des Bunkers und Umluftbetrieb, für eine gewisse
Übergangszeit wieder mit Sauerstoff angereichert werden. Es war aber auch eine "tickende Zeitbombe". Im Brandfall bestand
die akute Gefahr, dass das Feuer mit vielen Kubikmetern reinem Sauerstoff "gefüttert" worden wäre, was eine verheerende Feuers-
brunst zur Folge gehabt hätte. In Verbindung mit den tausenden Liter Diesel aus den Tanks der Netzersatzanlage, wäre es mit hoher
Wahrscheinlichkeit sogar zu einer gewaltigen Explosion, mit hunderten von Toten und Totalverlust des Bauwerkes gekommen.

    
Abbildung ähnlich, leider kein Foto vorhanden !
Original : Länge ca. 2,50 m, Durchmesser ca. 1-1,20 m, max. Druck 15 MPa

3) Um die Richtfunk-Anbindung des CRC realisieren zu können, wurde ein zweiter Gittermast (mobil) auf dem Bunkerdach entfaltet
(auf dem Bild links), sowie diverse Funk- und Flugfunk-Antennen installiert.


    
Quelle : Foto mit freundlicher Genehmigung von Heinz Mertin

Es gab in dieser Zeit in allen Bereichen des militärischen Lebens ständig irgendwelche Vedränderungen und Verbesserungen.
Das betraf in erster Linie natürlich auch die Schaffung der Voraussetzungen zur Erfüllung der eigentlichen Aufgabe :

- die Wahrung der Lufthoheit über dem Beitrittsgebiet -

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